Kinder haben Rechte: auf Frei­zeit, Pausen, Mit­be­stim­mung

Die Länder der Welt haben sich zu den Ver­einten Nationen, UN, zusam­men­ge­schlossen. 1989, also vor 37 Jahren, haben die UN dann einen Ver­trag zu Kin­der­rechten abge­schlossen. Er beinhaltet 54 Artikel, also 54 Abschnitte. Doch es hat bis 2010 gedauert, bis unser Land alle dieser Artikel akzep­tiert hat. Wir haben uns bei der Gemein­schafts­grund­schule Momm­sen­straße erkun­digt, welche Kin­der­rechte sie beson­ders wichtig finden. Dort leitet die stell­ver­tre­tende Lei­terin der Offenen Ganz­tags­schule, Maren Luciani, seit mehr als einem Jahr eine Arbeits­gemeinschaft Kin­der­rechte.

Seit wann gibt es Ihre Arbeits­gemeinschaft Kin­der­rechte, AG Kin­der­rechte, und wie ist diese orga­ni­siert?
Wir haben die AG Kin­der­rechte zum Schul­jahr 2024/25 gegründet. Dabei gibt es einen festen Kern an Kin­dern, die die AG bewusst gewählt haben, weil sie das Thema wirk­lich inter­es­siert. Gleich­zeitig sind immer wieder auch Besu­cher­kinder dazu­ge­kommen. Das ist aus­drück­lich erwünscht, denn Frei­wil­lig­keit ist ein zen­trales Prinzip. So bleibt die Gruppe lebendig und offen, und die Kinder gestalten aktiv mit, wie die AG aus­sieht und wächst.

Wie viele Kinder nehmen an der AG teil?
Zu Beginn haben acht Kinder teil­ge­nommen, zum Ende des Schul­jahres bereits 15 Kinder.

Welche Kin­der­rechte inter­es­sieren die Kinder beson­ders?
Die Inter­essen sind so viel­fältig wie die Kinder selbst. Jede und jeder bringt die eigenen Bedürf­nisse und Themen mit. Beson­ders span­nend finden sie aber Rechte, die direkt ihren Alltag betreffen: das Recht auf Spiel und Frei­zeit, auf Ruhe, auf gesunde Ernäh­rung, auf eine eigene Mei­nung und ganz beson­ders das Recht auf Mit­be­stim­mung. Das ist für viele der eigent­liche Hit, weil sie sofort merken: Hier geht es um uns, wir dürfen mit­reden und etwas bewegen! Diese Begeis­te­rung tragen sie in jede Stunde hinein, und dadurch ent­steht eine unglaub­lich leben­dige und per­sön­liche Atmo­sphäre.

Welche Kin­der­rechte finden bei den Kin­dern kein rechtes Inter­esse?
Ein Kin­der­recht, das kein Inter­esse weckt, gibt es nicht. Oft sind es die Rechte, die für die Kinder hier­zu­lande selbst­ver­ständ­lich sind, die anfangs weniger Beach­tung finden. Doch sobald wir über Kin­der­rechts­ver­let­zungen in anderen Teilen der Welt oder Deutsch­land spre­chen, ver­stehen unsere Kinder das Thema: Wenn Kinder erfahren, dass andere keinen Schutz vor Krieg und Flucht haben oder dass das Recht auf gewalt­freie Erzie­hung nicht überall selbst­ver­ständ­lich ist, beschäf­tigt sie das sehr. Diese Aus­ein­an­der­set­zung weckt Empa­thie und den starken Wunsch, andere auf­zu­klären und für Kin­der­rechte ein­zu­treten.

Wie bauen Sie die AG auf?
Am Anfang der AG schauen wir gemeinsam die Logo!-Kindernachrichten des Fern­seh­pro­gramms ZDF vom Vortag. So machen wir uns das Recht auf Zugang zu Medien und Infor­ma­tionen zunutze und bekommen direkt Gesprächs­an­lässe, die wir auf­greifen können. Daraus ent­stehen kleine Dis­kus­sionen, in denen jede Mei­nung zählt und Raum bekommt. Der eigent­liche Kern der AG ist dann aber der Teil, in dem die Kinder selbst bestimmen, worauf sie Lust haben: Ent­span­nungs­tech­niken aus­pro­bieren? Kin­der­rechte aus Model­lier­masse gestalten? Über eine Kin­der­rechte-Web­site nach­denken? Alles ist mög­lich! Es findet sich immer eine Aktion, ein Thema oder eine Idee, die sich wun­derbar mit den Kin­der­rechten ver­binden lässt.

Wie wecken Sie das Inter­esse von Kin­dern am Thema?
Das Inter­esse der Kinder ent­steht oft ganz von allein, vor allem, weil wir in der AG ernst nehmen, dass die Kinder mit­be­stimmen und jede Idee Raum bekommt. Ich schaue, was im Rahmen des Mög­li­chen liegt, und sage selten Nein als erste Ant­wort. Diese Hal­tung ver­mit­telt den Kin­dern: Eure Gedanken und Vor­schläge sind wichtig, und genau das weckt von selbst Neu­gier und Moti­va­tion, sich mit Kin­der­rechten aus­ein­an­der­zu­setzen.

Wel­ches Mate­rial nutzen Sie dafür, viel­leicht von UNICEF?
Wir nutzen Ver­schie­denes: digi­tale Medien, ein tolles Poster zum Thema vom Kol­ping-Hilfs­werk sowie Mate­ria­lien des Kin­der­hilfs­werks UNICEF. Außerdem begleitet uns die Web­site www.kin dersache.de regel­mäßig. Dar­über hinaus ver­su­chen wir, dem Thema Kin­der­rechte immer kreativ zu begegnen: Wir pro­bieren neue Ansätze aus und erstellen eigenes Mate­rial, das per­fekt auf unsere Gruppe zuge­schnitten ist. So können die Kinder die Rechte auf abwechs­lungs­reiche und leben­dige Weise erleben und selbst aktiv werden.

Vielen Dank für die Aus­künfte!

Auch in diesem Jahr findet am 20. Sep­tember 2026 der Welt­kin­dertag mit großem Kin­der­fest am Rhein statt. Ter­mine und Infos findet ihr dazu unter:

www.weltkindertag.info

01.2026 // Redak­tion: Hanka Meves-Fricke, Fotos: Sonja Hoff­mann, Illus­tra­tionen: Julia Regett

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