Berrenrather Straße neu denken: Zwischen Sanierungsbedarf und neuen Ideen für das Veedel

Die Berrenrather Straße ist das Herz des Geschäftslebens in Sülz. Doch ihr baulicher Zustand sorgt seit Jahren für Diskussionen. Nachdem zuletzt lediglich einzelne Fahrbahnschäden beseitigt wurden, wird erneut über die Zukunft der zentralen Einkaufsstraße gesprochen – und darüber, wie sie den heutigen Anforderungen gerecht werden kann.

Die Berrenrather Straße prägt das Leben im Veedel wie kaum eine andere Straße. Sie verbindet Wohnen, Einkaufen, Gastronomie und Mobilität – und ist täglich von Fußgänger*innen, Radfahrenden, Autofahrenden und dem öffentlichen Nahverkehr stark frequentiert. Umso größer ist der Wunsch vieler Beteiligter, die seit Jahren geplante grundlegende Sanierung endlich voranzubringen.

Bereits 2016 wurde ein Planungsbeschluss gefasst, vier Jahre später folgte der Baubeschluss. Vorgesehen waren unter anderem eine Erneuerung der Fahrbahn, breitere Gehwege, Verbesserungen für den Radverkehr sowie eine attraktivere Gestaltung des Straßenraums. Die Umsetzung wurde jedoch mehrfach verschoben.

Inzwischen hat sich die Situation verändert. Der stationäre Einzelhandel steht vor neuen Herausforderungen, gleichzeitig haben sich Mobilitätsgewohnheiten deutlich gewandelt. Aus Sicht verschiedener Akteur*innen bietet dies die Chance, die bestehenden Planungen noch einmal zu überprüfen und an heutige Bedürfnisse anzupassen.

„Die Menschen vor Ort haben Anspruch auf eine moderne, sichere und wirtschaftlich funktionierende Berrenrather Straße, nicht auf dauerhafte Flickschusterei“, sagt Bezirksvertreter Benedikt Merten (CDU). Neben einer grundhaften Sanierung sieht er insbesondere Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmenden sowie eine höhere Aufenthaltsqualität als wichtige Ziele.

Zu den diskutierten Ideen gehören sichere Radverkehrsführungen, barrierefreie Gehwege, zusätzliche Querungsmöglichkeiten, mehr Begrünung und Sitzgelegenheiten sowie gut erreichbare Ladezonen und Kurzzeitparkplätze für den Einzelhandel. Auch moderne Fahrradabstellanlagen und intelligente Lieferzonen werden als mögliche Bausteine genannt.

Ein weiterer Vorschlag ist, die Bürgerbeteiligung neu zu beleben. Die bisherigen Werkstattverfahren liegen inzwischen mehr als zehn Jahre zurück. Seitdem haben sich Einkaufsverhalten, Lieferverkehr und Mobilität deutlich verändert. Ein Runder Tisch mit Vertreter*innen aus Handel, Gastronomie, Nachbarschaft, Schulen, Verwaltung und Interessenverbänden könnte dazu beitragen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

„Die Menschen erwarten keine ideologischen Grabenkämpfe, sondern eine vernünftige Lösung“, betont Benedikt Merten. Die Berrenrather Straße könne zu einem Vorzeigeprojekt werden, wenn die unterschiedlichen Anforderungen gemeinsam gedacht und die bestehenden Planungen zeitgemäß weiterentwickelt würden.

Fest steht: Die Berrenrather Straße bleibt ein zentrales Zukunftsthema für Sülz. Wann die umfassende Erneuerung tatsächlich beginnt, ist derzeit zwar noch offen. Die Diskussion zeigt jedoch, dass der Wunsch groß ist, die Straße nicht nur zu sanieren, sondern sie langfristig als lebendige und attraktive Einkaufs- und Aufenthaltsstraße für das Veedel weiterzuentwickeln.

07.2026 // Redaktion: Ralf Martens, Foto: Ralf Martens (Symbolbild)

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