„Ich liebe die Vielfalt und die Offenheit hier“

Sie ist Schauspielerin, Sprecherin und Coach und vielen durch die Fernsehserie „Rote Rosen“ bekannt. Caroline Schreiber spielt seit Mitte 2024 die Rolle der Victoria Kaiser, einer starken Geschäftsfrau, die ihre Immobilienfirma erfolgreich weiterführen möchte. Drehort der „Roten Rosen“ ist Lüneburg, für sie auch ein Obstparadies. Geboren in München, lebt Caroline Schreiber in Köln-Klettenberg und pendelt zwischen Köln und dem Drehort hin und her. Wir haben uns mit ihr im Avero im Weyertal 15 draußen getroffen und sie nach unserer Stadt und unserem Viertel, ihrer Arbeit und ihrer Familie ausgefragt.

Sie haben in den 1980er-Jahren an der Essener Folkwang Hochschule der Künste studiert und Ihren Abschluss gemacht. Wie sind Sie nach Köln gekommen?

Caroline Schreiber: Über mein Engagement am Schauspiel Köln, das nach Mannheim meine zweite Station nach dem Studium war. Ich habe mich sofort wohlgefühlt in der Stadt und dann trotz vieler Veränderungen im Beruf immer meine Wohnung hier behalten.

Was lieben Sie an Köln?

Caroline Schreiber: Vor allem die Menschen und natürlich den Dom und den Rhein. Die Kölner*innen sind sehr offen, kommen gern ins Gespräch und geben einem das Gefühl, nicht allein zu sein, selbst wenn man allein unterwegs ist.

Und was gefällt Ihnen an unseren Vierteln Klettenberg und Sülz?

Caroline Schreiber: Die vielen kleinen Geschäfte, die Atmosphäre und die Menschen mag ich besonders. Hier sitzen wir zum Beispiel an einem Ort, der neu für mich ist, sehr sympathisch und nett. Es gibt viele Restaurants und Cafés, die gut sind, wie das Savoca auf dem Gottesweg gleich in der Nähe der Luxemburger Straße, La Cafête in der Hardtstraße, Ecke Petersberger Straße, wo ich sehr gern einen Kaffee trinke, sowie das Deli Sülz und Heilandt auf der Sülzburgstraße. Im Büdchen schräg gegenüber von dm hole ich mir mit Freude einige kleine köstliche Salate. Das genieße ich sehr. Nicht zuletzt kann ich von meiner Wohnung aus bis zum Otto-Maigler-See mit meinen zwei Freundinnen laufen und dann dort sommers wie winters baden gehen.

Sie sind offensichtlich hart im Nehmen?

Caroline Schreiber: Nein, bin ich nicht, aber ich halte mich gesund und kann gleichzeitig mit meinen Freundinnen quatschen.

Die Dreharbeiten für eine Serie wie „Rote Rosen“ sind sehr anstrengend …

Caroline Schreiber: Während der Drehphasen fahre ich jeden Sonntagabend nach Lüneburg und kehre dann am Freitag in der Nacht zurück. In der Woche drehen wir von morgens bis abends, das sind sehr lange Tage, hoch konzentriert in einem tollen Team. Das macht irre Spaß.

Was mögen Sie an der Figur der Victoria Kaiser?

Caroline Schreiber: Für mich ist es spannend, eine erfolgreiche Frau mit ihren Ecken und Kanten, ihren Widersprüchen und ihren weichen, bedürftigen Seiten zu spielen. Victoria ist eine Antagonistin, die gern streitet. Anfangs geht sie immer davon aus, dass sie recht hat. Aber sie entwickelt sich im Laufe der Zeit und lernt, wie sie sich auch anders durchsetzen kann.

In Ihrer Biografie wird ebenfalls deutlich, dass Sie gern Verschiedenes machen. Was mögen Sie besonders?

Caroline Schreiber: Im Moment bin ich durch die Serie voll auf Schauspielerei eingestellt. Früher habe ich im „Tatort“ sowie „Ein Fall für Zwei“ gespielt. Aber die Sprechertätigkeit gemeinsam mit meiner Tochter für die Pettersson-und-Findus-Filme oder „Peterchens Mondfahrt“ liebe ich auch. Für Letzteren haben wir Schauspieler*innen wie Marionetten agiert, waren über Bewegungserfassung, Motion Capture, mit Computern verbunden. Die Animateure haben dann unsere Bewegungen in die Trickfilmfiguren übernommen. Das war absolut spannend.

Über die Coronazeit haben mich mein Standbein als Kommunikationstrainerin und Coach sowie meine Lehraufträge an diversen Hochschulen gerettet. Aber dazu komme ich zurzeit leider nicht.

Bei diesen Trickfilmen hat Ihr Mann Ali Samadi Ahadi Regie geführt. Ihre Tochter Roxana Samadi ist wie Sie Schauspielerin und hat mit dem Dokumentarfilm „Freiheit im Herzen“ ein erfolgreiches Debüt als Regisseurin gegeben. Sie sind also eine Filmfamilie mit enger Verbindung zum Iran. Wie geht es Ihnen damit?

Caroline Schreiber: Es ist schön, dass wir alle das gemeinsame Interesse für Schauspiel und Filme teilen und unsere Tochter dort sehr viel Talent zeigt. Zum anderen befinden wir uns in unruhigen Zeiten. Die Schwestern meines Mannes und ihre Familien leben im Iran, und jeden Tag, wenn wir denn Verbindung haben, gehen andere Nachrichten ein. Wir sind sehr besorgt und hoffen, dass es bald zum Regimewechsel kommt, damit die Menschen in Frieden leben können.

Aus all den Reisen in den Iran habe ich so viel mitgenommen, wie schön es dort ist, was für eine reiche Kultur das Land und die Menschen haben, was für ein köstliches, vielfältiges Essen es gibt. Natürlich macht es mich stolz, dass unsere Tochter mit ihrem Dokumentarfilm einen sehr persönlichen Ausdruck gefunden hat. Ich denke, dass es für sie und uns wichtig ist, Position zur Situation im Iran beziehen zu können.

Was tun Sie neben dem Eisbaden als Ausgleich zu Ihrem vollen Kalender?

Caroline Schreiber: Ich liebe es, mich zu bewegen. Abendspaziergänge sind etwas Wunderbares. Dazu höre ich gern Musik. Und natürlich ist meine Familie meine Basis, meine Powerbank.

Gibt es etwas, was Sie sich für unsere Stadt wünschen?

Caroline Schreiber: In Köln kann man fast alle Orte gut mit dem Fahrrad erreichen, aber trotzdem wünsche ich mir, dass die Kölner Verkehrsbetriebe ihr Angebot verbessern, die Bahnen häufiger, zuverlässiger fahren und günstiger sind.

Und was haben Sie noch vor, Neues zu machen?

Caroline Schreiber: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich mich gern ehrenamtlich einbringen, zum Beispiel im Krankenhaus. Mein Mann hat eine lange Behandlung hinter sich, und ich habe dadurch gelernt, dass jede Hand, jedes zuhörende Ohr, jedes sehende Augenpaar dort gebraucht werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

07.2026 // Redaktion: Hanka Meves-Fricke, Fotos: Monika Nonnenmacher

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